Traumjob Betreuer für Jugendreisen?!
Für viele junge, aber immerhin schon erwachsene Leute klingt es fast zu schön, um wahr zu sein: ein kostenloser Urlaub mit allem Zip und Zap und alles, was man dafür tun muss, ist ein kleines Auge auf die regulären Teilnehmer der Jugendreise zu haben, ihre Ausweise zu verwahren und ihnen ein Taschentuch zu reichen, wenn das Heimweh zu groß wird. Doch dieser Illusion sollte man sich besser nicht hingeben, denn wer sich dazu entscheidet, als Betreuer auf eine Jugendreise mitzufahren, der lädt sich auch eine große Portion Verantwortung und jede Menge Arbeit auf. Denn eins sollte jedem potentiellen Jugendreisen-Betreuer klar sein, ein Urlaub im eigentlichen Sinne wird eine solche Reise für die Betreuer nie. Wer Verantwortung nicht scheut und einen guten Draht zu jungen Leuten hat, der kann aber dennoch eine schöne Zeit bei einer Jugendreise verbringen und sich das Geld für einen ‚richtigen‘ Urlaub sparen.
Bevor man sich auf dieses Abenteuer einlässt, sollte man aber genau überlegen, ob der Job als Betreuer wirklich der richtige ist und auch genau prüfen, ob der angepeilte Reiseveranstalter die richtige Wahl ist. Denn auch unter den Veranstaltern von Jugendreisen gibt es natürlich jede Menge schwarze Schafe. Skeptisch werden sollte man zum Beispiel, wenn man gar zu leicht an den Job des Betreuers kommt und der Veranstalter den Anschein macht, seine zukünftigen Betreuer alles andere als auf Herz und Nieren zu prüfen. Oft benutzen Veranstalter von Jugendreisen junge Erwachsene als kostenlose Arbeitskräfte und interessieren sich überhaupt nicht für deren Qualifikationen oder wie es ihnen während der Reise geht. Es gilt zum Beispiel unbedingt zu klären, wie genau die Arbeitsbeschreibung aussieht. Wichtige Fragen sind: Für viele Jugendliche bin ich verantwortlich? Wer ist mein Ansprechpartner, wenn es Probleme gibt? Muss ich nur die Jugendlichen betreuen oder gehören auch anderen Arbeiten zu meinen Aufgaben (Einige Veranstalter setzen ihre unbezahlten Betreuer auch als Köche und Putzfrauen ein!)? Wie sieht es mit der Versicherung aus? Weicht man diesen Fragen aus oder reagiert genervt, ist der Veranstalter auf jeden Fall unseriös und eine Zusammenarbeit ist alles andere als zu empfehlen.
Für sich persönlich sollte man sich klarmachen, ob man sich wirklich weiß, was auf einen zu kommt oder ob man einfach nur einen kostenlosen Urlaub machen wollte. Ist letzteres der Fall, wird das Unterfangen sicher schiefgehen. Es ist wichtig, sich nicht nur die positiven Erfahrungen vor Augen zu führen, die einen erwarten, sondern auch die Probleme zu bedenken, die auf einen Betreuer zukommen. Jugendliche sind nicht immer einfach und man weiß vor Antritt der Reise natürlich überhaupt nicht, mit was für jungen Leuten man es zu tun haben wird.
Hat man sich aber alles gut überlegt und bringt man die nötigen Nerven und das entsprechende Durchsetzungsvermögen für eine Jugendreise mit, kann eine Reise als Betreuer ebenso viel Freude machen wie ein Urlaub!